Geschichte der Partnerringe

Das Bedürfnis, unseren Körper mit edlen Stoffen und Metallen zu schmücken, ist uralt.
Neben der Abwehr von bösen Geistern und Krankheiten, erfüllt Schmuck seit jeher vielfältige Zwecke: Schmuck ist Talismann, zeigt die gesellschaftliche Zugehörigkeit, dient als religiöses Bekenntnissymbol und ist seit den Anfängen der Goldschmiedekunst ein Zeichen von Würde und Reichtum. Schmuck unterstreicht den persönlichen Anspruch des Trägers und ist Ausdruck der Seele.

In der Tradition der Sumerer zog der Tempelpriester dem heiratswilligen Mann und der Braut jeweils einen Faden aus deren Gewändern und band diese zusammen. Die Brautleute trugen diese Bänder dann sichtbar für jeden am Finger. Diese Bänder könnten die Vorgänger unseres heutigen Ringes sein.
Bereits im 1. Jahrhundert gab es Ringe aus Eisen, die die Unendlichkeit der Liebe symbolisieren sollten, da, wie der englische Schriftsteller Algernon Charles Swinburne schreibt: "Seine runde Form bedeutet das Nichtenden ... Liebe und Neigung füreinander fließen wie in einem Kreis, von einem zum anderen und zwar für immer und ewig."

Seit ca. 850 nach Christi (Papst Nikolaus) gibt es Belege, dass Verlobungsringe aus Gold geschmiedet wurden und seit dieser Zeit bei den Christen Bestandteil der Trauungszeremonie sind.
Bei den alten Ägyptern hatte der vierte Finger der linken Hand eine besondere Bedeutung: Es war der Liebesfinger, an dem der Ring des Geliebten getragen werden musste: Von dort aus führe eine Vene direkt zum Herzen, dem Sitz aller Liebesgefühlsdinge. Alten Legenden zufolge bräche der Ring, wenn die Treue gebrochen würde.

Ab dem 15. Jahrhundert galt ein mit einem Diamanten besetzter Ring, wegen der einzigartigen Schönheit des Steins, als begehrtes Geschenk bei Verlobungen und Hochzeiten im Königshaus und wurde zum Garanten für eine harmonische und beständige Ehe. Der Rubin galt als Zeichen der Liebe, der Saphir als Sinnbild für Treue.

Im 16. Jahrhundert kamen sogenannte Doppelringe in Mode: Ringe, die aus mehreren (bis zu drei) Bändern bestanden und sich an einem Punkt auffächern ließen, zusammengeschoben aber wie ein einzelner Ring wirkten.

Ca. im 17. Jahrhundert keimte der Brauch, die Eheringe zunächst am Daumen zu tragen und bei der Hochzeitszeremonie erst auf den Ringfinger zu schieben, auf. Dies ist auf katholische Hochzeitsriten zurückzuführen.

Trauringe im 18. Jahrhundert waren oft mit gekrönten Herzen geschmückt, die dann, wenn die Hochzeit vollzogen wurde, verbunden und oft mit einem Diamanten geschmückt wurden.
Erstaunlicherweise wurde im 19. Jahrhundert die Schlange gerne als Symbol für die Ewigkeit verwendet. Zu einem Kreis gelegt schmückte sie in dieser Zeit viele Eheringe.

Im 21. Jahrhundert kommt dem Diamantsolitär, trotz aller modischen Neuerungen im Schmuckbereich, immer noch ein sehr große Bedeutung zu.

In den letzten Jahren dürfen auch homosexuelle Paare offiziell heiraten. Oft identifizieren sich gleichgeschlechtliche Paare nicht mit dem herkömmlichen Diamantsolitär, sondern suchen extravagantere Modelle, bzw. symbolträchtigeres (hier sei als Beispiel der Ring der O erwähnt).

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