Über Verlobungsringe

In den meisten Kulturen ist der Verlobungsring Symbol geworden für Liebe, Hingabe und Verpflichtung dem Partner gegenüber. Sehr beliebt ist nach wie vor der Ring mit Diamantsolitär, für viele ist er gar der einzig akzeptable Antragsring:
In den südlichen Ländern Europas ist der Verlobungsring mit hellem (möglichst rein weißem) Edelstein Tradition. Ringe mit farbigem Stein stoßen dort als Verlobungsring eher auf Unverständnis...
Ein etwas anderer Ansatz hat Tradition in den USA: dort ist es üblich, dass der Verlobungsring in etwa 3 Monatsgehälter Wert ist. Dies erreicht man natürlich nur mit entsprechend wertvollem Stein, etwa einem einkarätigem Diamant und einer Ringschiene aus Platin, oder zumindest Gold...

Die Form eines Rings ist ein Kreis, ein Kreis, der dem Augenschein nach nirgendwo anfängt und nirgendwo endet. Er hat die Form des Vollmondes und der Sonne und es ist nicht erstaunlich, dass alte Kulturen ihn als Symbol der Perfektion, der Einheit und der Unendlichkeit gebrauchten.

Das erste Symbol für eine Verlobung war sicherlich kein Ring. Die Form des Kreises allerdings scheint auf eine lange Tradition bei Verlobungsgeschenken zurückzublicken.

Ein aus unserer Sicht eher amüsanter Ansatz, auf den ich gestoßen bin, um den Ursprung des Verlobungsringes zu erläutern, stammt aus der Zeit der Höhlenmenschen. Er ist allerdings etwas unromantisch und ich empfehle ihn nicht zur Nachahmung ;-) :
Der Mann fesselte die Gewollte an Händen und Füßen mit einem geflochtenen Stück Schnur (aus Fasern, Zweigen, etc.). So konnte sie nicht entkommen. Wenn er sich sicher war, daß die Zukünftige nicht mehr fliehen würde, wurden die Fußfesseln entfernt und wenn die Auserkorene schließlich bleiben zu wollen schien, trug sie symbolisch ein Stück Schnur um den Finger gewickelt.
Auch wenn diese Tradition vielleicht nicht unseren romantischen Vorstellungen entspricht, so wird sie von einer ähnlichen Theorie gestützt:
Einige Wissenschaftler behaupten, der Ring sei ein Miniatur-Sklavenband gewesen, das anzeigte, daß die Frau Besitz des Mannes sei.
... ob solcherlei Erklärungsansätze allerdings für "bare Münze" zu nehmen sind, lasse ich mal dahingestellt...

Der genaue Zeitpunkt, an dem der erste Verlobungsring auftauchte, ist nicht bekannt ... jedoch haben die alten Griechen die Tradition des Verlobungsringes, wie wir sie kennen, nachweislich gepflegt.
Der sogenannte "Betrothal-Ring" wurde vor der Heirat geschenkt und galt als Beweis der Zuneigung. Das Wort "betrothal" ist angelsächsischen Ursprungs und bedeutet schlicht und einfach "Verlobung".

Auch romanische Funde belegen die Tradition des Verlobungsringes. Die ersten Verlobungsringe waren hier Ringe mit geschnitzten Schlüsseln.
Hierzu gibt es zwei Theorien: die romantischere Version besagt, daß der Schlüssel Symbol für den Schlüssel zum Herzen des Zukünftigen sei. Die zweite Theorie, die näher am realen Leben war, besagt, daß mit dem Schlüssel das Recht auf die Hälfte des Besitzes des Mannes symbolisiert sei.


Keltische Kulturen trugen das Haar der Zukünftigen am Finger. Das Haar wurde geflochten und als Symbol für die einzugehende Verpflichtung getragen.


Der Claddagh-Ring

Sein Namensursprung ist ein irisches Fischerdorf namens Claddagh und er zeigt zwei Hände (das Symbol für Freundschaft), die ein Herz (symbolisch für die Liebe) umfassen. Darüber sitzt eine Krone, die wiederum Treue und Loyalität symbolisiert. Die Legende besagt, daß ein Fischer namens Richard Joyce aus Claddagh im 16 Jahrhundert von Piraten entführt und als Sklave an einen türkischen Goldschmied verkauft wurde. Dort erlernte er die Goldschmiedekunst und erschuf in Sehnsucht nach seiner so weit entfernten Verlobten den Ring, der später als der Claddagh-Ring bekannt werden sollte. Die politischen Gegebenheiten führten Jahre später zu einer Freilassung von Joyce, der tatsächlich seine Geliebte wartend und unverheiratet in seiner Heimat vorfand...

Der Gimmel Ring

Auch er hat eine sehr alte Tradition und war im 16. und 17. Jahrhundert sehr verbreitet als Verlobungs- und Ehering.
Das besondere am Gimmel, oder auch "Zwillingsring" genannt ist, daß er aus zwei, manchmal auch drei Ringschienen besteht.

Der klassische Diamant Verlobungsring

Die erste schriftlich überlieferte Übergabe eines Diamant-Verlobungsringes war 1477, als der Erzherzog Maximillian von Hamburg den Ring Mary von Burgandy schenkte.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Verlobungsring an sich bereits durchgesetzt, die Tradition, einen Diamantsolitär zu verschenken, nahm jedoch mit dieser überlieferten Übergabe ihren Anfang.

Selbstverständlich waren Diamanten für das "gemeine Volk" unerschwinglich, sodass man nicht davon reden kann, dass ein Diamant-Ring zur Verlobung unter nicht-Adeligen üblich war...
Erst die Entdeckung weiterer Diamanten-Quellen in Südafrika (ca. 1870) und einigen anderen Ländern ermöglichte es, den Preis von Diamanten auf ein Niveau zu bringen, welches auch für den "Normalverdiener" erschwinglich war.



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